Ab Januar 2026 zeigt OUTCAST REGISTRATION einzelne Sätze aus mehreren Biografien an der Fassade einer Kultureinrichtung in Amsterdam.
Die Sätze sind in der Muttersprache der jeweiligen Teilnehmerin abgedruckt, und jedes Plakat ist über einen QR-Code direkt mit ihrer Biografie verlinkt. Auf diese Weise kann die Öffentlichkeit die Übersetzung im Online-Archiv lesen, während Passanten die Möglichkeit haben, die gesamte Biografie und damit das Leben der Teilnehmerin sowohl in schriftlicher Form als auch als Audioaufnahme in deren eigener Stimme zu erkunden.
Jeder Satz wird für eine Dauer von drei Wochen gezeigt, insgesamt werden drei Mal zwei Sätze gezeigt.
Außenseiter:innen, also marginalisierte Gruppen in einer Gesellschaft wahrzunehmen, ihre Lebensbedingungen zu registrieren, zu erforschen und öffentliche Sichtbarkeit für sie einzufordern, ist das Hauptanliegen des künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekts. Sie alle leiden unter ähnlichen systematischen Exklusionsverfahren, die sie immer wieder und immer weiter an den gesellschaftlichen Rand drängen. Im Unterschied zu ihren männlichen Leidensgenossen gelten drogensüchtige Frauen in europäischen Gefängnissen als ein solches »vernachlässigbares Phänomen«. Dem widerspricht die Arbeit der OUTCAST REGISTRATION, indem es das Bedürfnis der Teilnehmerinnen wahrnimmt, ihre Lebenswege zu einer öffentlichen Angelegenheit zu machen, was schließlich auch heißt, einen Teil der Verantwortung für ihre Erkrankung der Gesellschaft zurückzugeben.