Der Anteil der Frauen bei der Gesamtzahl der Drogenabhängigen liegt europaweit zwischen 4 und 14%. Juristisch und gesellschaftlich gilt er als unerheblich und als ein »vernachlässigbares Phänomen«. In Frauengefängnissen werden ± 65% der inhaftierten Frauen als drogenabhängig registriert. OUTCAST REGISTRATION ist eine genderspezifische Betrachtung dieser Randgruppe in westeuropäischen Ländern.

 

Seit 1997 realisiert Ulrike Möntmann mit PartnerInnen aus Kunst, Wissenschaft und Politik mehrjährige Projekte im Zusammenwirken mit Junkies in verschiedenen west- und osteuropäischen Gefängnissen, Therapie-Einrichtungen und Auffangzentren für Junkies. Die künstlerische Praxis und Forschung dient der Entschlüsselung komplexer Fragestellungen, die sich aus der Kooperation mit allen Teilnehmenden ergeben. Ziel der Untersuchung ist das Aufdecken und Benennen von Fakten aus verschiedenen Perspektiven. Dabei geht es weder um das Herstellen asymmetrischer Beziehungen mit den betroffenen Frauen, noch um die Diskussion der exekutiven Gewalt, sondern darum, sich in die Bedingungshaftigkeit gesellschaftlicher Systeme zu begeben.

 

OUTCAST REGISTRATION ist eine Form der Einmischung, die Reflexion und Stellungnahme erfordert um die Bedingungen, die sich in sozialen Prozessen strukturell verfestigen, offenzulegen und als eine öffentliche Angelegenheit wahrnehmbar zu machen.


Das audiovisuelle Porträt THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE, besteht aus 18 Biografien drogenabhängiger Frauen in fünf westeuropäischen Ländern und bildet die Basis der OUTCAST REGISTRATION. Als artistic research wird es unterstützt vom Österreichischen FWF – Der Wissenschaftsfonds, im Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK, Projektnummer AR 211-G21), Wien, A, Universität für angewandte Kunst Wien (Kunst und Forschung) und vom Mondriaan Fonds, Amsterdam, NL.

 

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